Tarnnetze


werden vor allem vom Militär seit dem ersten Weltkrieg verwendet, als Flugzeuge zum ersten Mal zur Luftaufklärung eingesetzt wurden. Plötzlich war es wichtig Panzer, Geschützstellungen und dergleichen zu verbergen, um den Feind über die wahre Stärke und Position im Unklaren zu lassen. Tarnnetze imitieren die Pflanzenwelt und sind von der Luftaufklärung nicht von der normalen Vegetation zu unterscheiden. Je nach regionalen Gegebenheiten bestückten die Soldaten die Tarnnetze zusätzlich gern mit Zweigen, Ästen und ähnlichem, um die Tarnung zu vervollkommnen. Spätere Modelle waren gegen Nässe und Fäulnis unempfindlich und schließlich wurden sie sogar so weit es ging feuerfest hergestellt.

Da mit zunehmender Luftaufklärung im ersten Weltkrieg die Tarnung immer wichtiger wurde, zogen die Franzosen einen Kunstmaler zu Rate, der das Muster so perfektioniert, indem er sogar Licht und Schatten imitierte, dass selbst ein geübtes Auge kein Unterschied mehr erkennen konnte. Tarnnetze wurden zwischen den beiden Weltkriegen industriell produziert und im zweiten Weltkrieg in allen möglichen Bereichen eingesetzt. Die amerikanischen Soldaten der Navy bestückten sogar schwere Kreuzer mit Tarnnetzen, um sie während der Reparatur vor den feindlichen Aufklärern zu verbergen. Natürlich ist das Camouflage genannte Muster nicht überall einsetzbar. In Wüstengebieten werden andere Farbkombinationen verwendet und in schneereichen Gebieten sind die Tarnnetze natürlich von weißer Farbe.

Tarnnetze werden nach wie vor in allen Krisenregionen der Welt verwendet, um dem Feind die wahre Stärke nicht preisgeben zu müssen. Aber nach der Auflösung der NVA konnten Tarnnetze auch für den privaten Bereich erworben werden und sie erwiesen sich in vielen Bereichen als sehr nützlich. Vor allem Jäger nutzen gern Tarnnetze, um ihren Jagdsitz noch besser zu verbergen. Inzwischen gibt es Variante zum Tarnnetz auch Tarnfolien, die einfach auf ein Objekt aufgeklebt werden. Doch solche Tarnfolien können die vielseitige Einsetzbarkeit eines Tarnnetzes nicht erreichen. Manche Leute benutzen ausrangierte Tarnnetze, um daraus ein Hühnergehege zu fertigen.

Wo keine Tarnnetze eingesetzt werden können, tragen Soldaten heute Kampfanzüge in die Farbe von Tarnnetzen, die auch Ghillie-Anzüge genannt werden. So schützen sich die Soldaten vor Scharfschützenangriffe. Auch die Bundeswehr ist sehr auf den Schutz ihrer Soldaten bedacht und zerschneidet Tarnnetze, um die Stücke dann auf den Bundeswehrhelmen zu befestigen. So erreichen die Soldaten eine bessere Tarnung, die auch heute noch gern durch natürliche Zweige oder Gräser ergänzt wird. Zu Dekorationszwecken werden inzwischen sogar Tarnnetze in knalligen Bonbon-Farben hergestellt, die sich gerade bei jungen Leuten großer Beliebtheit erfreuen. Sie können in den gängigen Army-Shops erworben werden und finden sich oft auf Raveparties.


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